Meine ersten Erfahrungen mit Content Marketing

  • Content Marketing

Ich möchte gerne in diesem Artikel eine Geschichte erzählen über meine ersten Erfahrungen mit Content Marketing. Dabei sind Firmennamen bewusst ausgeklammert, weil sie für das Verständnis nicht wichtig sind. Diese Geschichte hätte sich in jedem anderen Unternehmen so zutragen können.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Konzern, der auf seinem Gebiet führend ist. Sie werden zum „Head of Marketing&Communications“ befördert und kümmern sich von nun an in einer relativ kleinen Region um Kunden, die ihrerseits Marktführer sind. Einer davon ist in Europa, Mittlerer Osten und Südostasien aktiv und bekannt für sein launisches Verhalten.

Er hat scheinbar Spaß daran, Verträge nicht einzuhalten, Vertragsbedingungen eigenmächtig zu ändern. Seine Zahlungsmoral lässt zu wünschen übrig. Ihre Events erfreuen sich keiner großen Beliebtheit bei diesem Kunden. Kurzum: Das Verhältnis zu diesem Kunden ist schwierig. Ihre erste Aufgabe besteht darin, Wege zu finden, dieses schlechte Verhältnis aufzubessern.

Sie wissen jetzt, warum es schwierig war jemanden für diesen Job zu finden. Das hilft Ihnen aber nicht weiter. Es bereitet Ihnen schlaflose Nächte. Sie schwitzen. Sie werden nervös. Sie haben keine Ideen. Alles woran Sie denken ist, wie sie jemanden motivieren mit Ihnen zu reden, wenn er nicht will. Sie merken, dass es ein Kommunikationsproblem zwischen Ihrem Arbeitgeber und diesem Kunden ist. Sie wissen nicht um die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Sie wissen nur, Sie müssen jetzt handeln.

Sie sind ein proaktiver Mensch und sagen sich, wenn der Kunde kein Interesse daran hat sich uns zu nähern, dann nähern wir uns ihm. Sie schicken ihm einen Newsletter in regelmäßigen Zeitabständen. Als Sie diese Idee präsentieren, sehen Sie sich schon kopfunter am Matterhorn hängen. Was für eine Blödsinnige Idee! Der Newsletter wird gleich im Papierkorb landen! Keiner von „denen“ wird ihn lesen! Sie investieren zahlreiche Telefonate und E-Mails um Ihre Chefs davon zu überzeugen, dass es zumindest einen Versuch wert sei.

Sie setzen also einen Newsletter auf. Das Besondere an diesem Newsletter ist, dass Sie ihn quartalsweise abschicken. Nicht wöchentlich oder monatlich. Sie möchten sich vorsichtig herantasten. Und Sie erzählen Geschichten. Da ein Austausch zu dieser Zeit schwierig ist, geht es in erster Linie darum zu informieren, zu unterhalten und zu beraten. Sie berichten über generelle Neuigkeiten in Ihrer Branche und über laufende Kampagnen und Projekte Ihres Arbeitgebers.

Die Clickraten des ersten Newsletters sind miserabel, doch Sie machen weiter. Der nächste Newsletter wird erfolgreicher. Der übernächste noch erfolgreicher. Nach circa zwei Jahren erfreut sich Ihr Newsletter äußerst hoher Beliebtheit. Ihr Kunde erkundigt sich nach den Themen der nächsten Ausgabe, macht Vorschläge. Plötzlich kommt er den Einladungen zu Ihren Events nach. Die Diskussionen am Verhandlungstisch erfolgen in angenehmer Atmosphäre.

Was ist passiert?

An diesem Beispiel ist gut erkennbar wie Content Marketing sich langsam herantastet und am Schluss sich zu einer Softpower entwickelt.

Einige Charakteristika mögen dies verdeutlichen.

Content Marketing ist diskret

Content Marketing findet nicht auf der Bühne statt. Es ist nicht das richtige Mittel, wenn Sie sich präsentieren wollen. Content Marketing findet eher hinter den Kulissen statt. In vielen Gesprächen mit dem Kunden kristallisierte sich heraus, was ihn so störte. „Niemand fragt uns, was wir wissen wollen. Was uns präsentiert wird ist: Wir sind! Wir haben! Wir können! Niemals: Wie können wir Euch behilflich sein!“ So der Vorwurf des Kunden.

Content Marketing ist Marathon,

…kein Sprint. Es dauert lange bis sich Erfolge einstellen. Durchhalten lautet die Devise. Bei dem besagten Newsletter hat es ein Jahr gedauert, bis er wahrgenommen wurde und noch ein weiteres Jahr, bis man von einem Erfolg sprechen konnte.

Content Marketing ist anziehend

In diesem konkreten Beispiel ging es darum einen schwierigen Kunden zu halten. Die Beziehung zu diesem Kunden zu stärken. Content Marketing entwickelt bei Befolgung nur weniger Regeln einen Sogeffekt.

Content Marketing ist leise

Wollen Sie für sich trommeln? Dann machen Sie lieber Werbung. Schalten Sie Anzeigen, kreieren Sie einen Slogan, der im Gedächtnis bleibt. Dafür ist Content Marketing nicht das richtige Format. Content Marketing findet nicht auf dem Bazar statt, sondern dort wo es ruhig ist. Im stillen Kämmerlein, bei Kerzenlicht oder in der Redaktion. Also dort wo Geschichten entstehen.

Content Marketing ist Marketing

Bei aller Liebe zum Texten und zur Bescheidenheit – der Marketing Aspekt im Content Marketing darf nicht vergessen werden! Content Marketing ist Beziehungsmarketing. Marketing durch die Hintertür. Vermitteln Sie dem Kunden, dass Sie die Lösungen für dessen Probleme parat haben. Aber nicht über verlockende Werbebotschaften sondern über Geschichten.

In einem Satz

Wenn ich jetzt in einem Satz erklären soll, was Content Marketing ist, dann muss ich passen. Jedoch kann ich Ihnen mit Sicherheit folgendes sagen. Haben Sie es geschafft die Bindungen zu Ihrem Kunden zu festigen? Haben Sie es geschafft, den Kunden zum Dialog zu animieren? Können Sie beides mit Ja beantworten? Dann war es Content Marketing.

Von | 2017-08-25T12:42:39+00:00 20. Dezember 2016|Content|0 Kommentare

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