Ein fünfjähriges Mädchen ruft zum Frieden auf

  • Friedensappell durch Mädchen

Es war an einem regnerischen Sonntag Nachmittag. Meine Frau und ich saßen im Wohnzimmer und verfolgten eine Dokumentation über die Flüchtlingsproblematik.

Unsere Tochter (5 Jahre) war im Kinderzimmer und spielte. Der Film ging über den Syrienkrieg, seine Hintergründe und dessen Folgen. Es wurden Menschen gezeigt, die in Schlauchbooten übers Meer flüchten. Frierende, durchnässte Frauen, Kinder, alte und junge Menschen, die an den griechischen Inseln an Land gehen um anschließend den beschwerlichen Weg an die Grenze im Norden zu nehmen. Gegen Ende der Dokumentation fiel uns auf, dass unsere Tochter ungewöhnlich ruhig war. Ich stand auf, um nach dem Rechten zu sehen. Ich brauchte erst gar nicht bis zu ihrem Zimmer zu gehen, denn die Kleine saß im Schneidersitz im Flur auf dem Boden, mit ihrem Teddy auf dem Schoss, und verfolgte von dort aus die Dokumentation. Wie lange sie da schon saß weiß ich nicht. Die folgende Unterhaltung zeigt mir aber, dass sie schon ziemlich lange dagesessen sein muss, denn einige Bilder sind ihr im Gedächtnis geblieben.

Ich sah, dass sie traurig und zugleich verwirrt war. Ich setzte mich zu ihr auf den Boden und noch bevor ich ihr eine Frage stellte, fing sie an zu reden. Der folgende Dialog berührte mich sehr. Ich war erstaunt, dass Kinder bereits in so frühem Alter ihre Eindrücke und die daraus resultierenden Emotionen zum Ausdruck bringen können.

Ich war überfordert. Ich wusste nicht, wie ich mich in dieses kleine Wesen hineinfühlen sollte und zog es vor in eine andere Rolle zu schlüpfen, nämlich die des Mondes. Meine Tochter liebt Bücher in denen der Mond vorkommt und so hatte ich die Idee, daraus ein Spiel zu machen. Sie spielte sich selbst und ich war der Mond, der auf ihre Fragen antwortete. Ich erhoffte mir, dass ich dadurch objektiver und ehrlicher sein würde, denn ich war sehr bewegt von ihrer Neugierde und ihrem Wissensdurst. Ich wollte ihre Fragen nicht übergehen, sondern ich wollte mit ihr so diskutieren, wie ich es mit einem Erwachsenen in dem Moment auch tun würde.

Es stellte sich heraus, dass dieser Rollentausch gar nicht nötig war, denn meine Tochter führte die Diskussion von Anfang an.  Was dann zum Schluss kam, hat mir endgültig den Boden unter den Füssen weggezogen.

Ich hätte nicht erwartet, dass sie einen Appell an die Kinder dieser Welt richtet und ich fühlte, dass es meine Pflicht ist, diesen Appell zu verbreiten.

Ich zeichnete Bilder und erstellte dieses Video, welches unsere Unterhaltung erwachsenengerecht wiedergibt. Ich wünsche meiner Tochter, dass dieses Video möglichst viele Kinder auf dieser Welt erreicht.

Dieses Video ist meiner Tochter und allen Kindern dieser Welt gewidmet.

Von | 2017-08-25T12:42:06+00:00 25. Januar 2017|Content|0 Kommentare

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