Content Marketing: Chance in der Krise?

Zahlreich sind die Zitate, die das ausdrücken, was Content Marketing für die Kommunikation im Internet-Zeitalter bedeuted. King soll er sein, der Content („Content is King“. Bill Gates). Und anstelle ZU Menschen zu reden, wie es das traditionelle Marketing tat, soll er MIT ihnen reden. (“Traditionelles Marketing redet zu Menschen, Content Marketing redet mit ihnen.” Doug Kessler, Mitgründer von Velocity Partners). Das Zitat, welches mir am besten gefällt, ist von keiner geringeren, als der US-amerikanischen Schriftstellerin Maya Angelou: „Menschen vergessen, was Du gesagt hast, sie vergessen, was du getan hast. Aber sie vergessen nie, welche Gefühle Du in Ihnen hervorgerufen hast.“ Das geht unter die Haut. Jedenfalls mir.

Die Lobeshymnen auf Content Marketing überstürzen sich momentan. Aber ist es das Nonplusultra? Das conditio sine qua non? Ohne guten Content keine Umsätze? Nur wer interessante Inhalte verbreitet, erzeugt Kunden? Nicht falsch, aber auch nicht richtig. Content Marketing hat klassisches Marketing nicht abgelöst, sondern ergänzt. Es ist nicht entstanden, weil Menschen nicht miteinander kommuniziert haben und jetzt einen Weg gefunden haben dies zu tun. Es ist entstanden, weil ein anderes Medium in unser Leben eintrat und eine Metamorphose im Marketing auslöste. Das Internet. Internet und Social Media haben die Art, in der wir Menschen miteinander kommunizieren, verschoben. Klassisches, einseitiges Marketing wurde zu digitalem, interaktiven Marketing. In der digitalen Welt führt der Konsument. Deshalb waren Unternehmen angehalten ihre Inhalte anzupassen. Qualitativ hochwertig müssen sie sein, informativ und unterhaltend. Nur einzigartige, relevante Inhalte generieren Anfragen, ergeben gute Rankings, schaffen Kundenloyalität und machen Interessenten zu Kunden. So die Lehre.

Was viele übersehen ist die Tatsache, dass sich heute alle im Internet wiedertreffen. Die Kommunikatoren und die Nicht-Kommunikatoren. Wurden früher Konsumenten mit verlockenden Werbebotschaften zugeballert, werden sie es heute mit nichtssagendem Marketing-Gedöns. Nicht immer, aber immer öfter. Schreiben um des Schreibens Willen. Viele scheinen nicht verstanden zu haben, worum es beim Content Marketing geht. Es geht nicht um die Quantität der Inhalte, sondern um die Qualität und das, was sie erzeugen: Dialog und Beziehungsaufbau. Es geht um nachhaltige Markenpflege und Imageaufbau. Derjenige, der Inhalte erzeugt, muss Journalist, Autor, Berater und nicht zuletzt Dirigent sein. Ein Dirigent lenkt das musikalische Geschehen und verleiht mit seinen Gesten einer Symphonie oder Oper einen eigenen Klang. Genauso muss das Content Marketing die Kunst des Storytellings beherrschen und das inhaltliche Geschehen in Unternehmen individuell lenken.

Um auf den Titel dieses Artikles zurückzukehren: Ja, Content Marketing ist definitiv eine Chance, effektives Marketing über Inhalte zu betreiben. Droht dieser momentane Hype zu kippen, weil alle auf diesen Trichter gekommen sind? Eher nein. Die Selbstreinigungskräfte in der Branche lassen grüßen.

Von | 2017-08-25T12:42:19+00:00 12. Januar 2017|Content|0 Kommentare

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